Von Geburt an SCHÖPFER. Meines Erachtens, einer der einzigartigsten und komplettesten Künstler, die uns die Menschheit in der letzten Zeit geschenkt hat. Konzeptueller, kognositiver Plastiker, unermüdlicher Arbeiter, visuell, unruhig, intuitiv, idealistisch... Matt Lamb hat es geschafft, die Kultur und die plastische Entwicklung des 20. Jahrhunderts zu synthetisieren, um einen Weg aus der Überlegung und der Forschung in die Zukunft zu eröffnen. Die Gegenwartskunst besitzt einen ihrer Grundpfeiler in der Freiheit der plastischen Mittel. Trotz der Prognosen über ihren Untergang, eröffnet sich die Idee einer nicht dirigierten, aber grade deswegen den profunderen und beunruhigenderen Themen unseres Daseins verbundenen Kunst und Poesie weiterhin eine Weg. Ein Verständnis des Künstlers als Antrieb des eigenen Lebens, wie diese „Kraft der Natur selbst, die sein Werk im menschlichen Geist verfolgt“ von G. Séailles, oder wie die Nature naturante von Paul Klee.
Matt Lamb erscheint wie ein paradigmatischer Schöpfer vor uns. Seine Person und sein Werk können aus verschiedenen Winkeln, durch sein fruchtbares und ausgedehntes biographisches Profil in den Vereinigten Staaten, Irland, Deutschland, Luxemburg, Argentinien, Frankreich, Spanien, China, in der Schweiz und kürzlich auch in Rußland als Anhaltspunkte angegangen werden. Zahlreiche Essays von anerkannten Kuratoren und Kritikern aus der ganzen Welt haben den Parallelismus zwischen Lamb und den großen Namen der Kunst, wie Picasso, Van Gogh, Gaugin, Rouault, Clemente, Paul Klee, Appel, Joan Miró, oder Joan Abelló selbst erforscht. Unzählige öffentliche und private Sammlungen bewahren seine Werke in ihrem Bestand und verbreiten sie in der Öffentlichkeit.
Sein Werdegang als autodidaktischer Künstler verleiht ihm, sowohl schöpferisch, als auch intellektuell, eine vollständige konzeptuelle Freiheit. In diesem Geist taucht Matt Lamb ein und erschafft in einem impulsiven Chromatismus, mit einer persönlichen und intensiven Farbsättigung wieder. Sein Werk ist gewagt, erfinderisch, mit einer klaren Tendenz zur materiellen Unterstreichung der Leinwand als Untergrund. Hierauf übt er eine visuelle Behandlung mit einem symbolischen Gewicht aus, in der zahlreiche und einzigartige Persönlichkeiten erscheinen, die als Referenzpunkt eine materielle Textur einnehmen. Die Gesichter, menschlichen Figuren und phantastischen Tiere erscheinen mit einem überragenden Sinn der Emotion, der sich immer mehr vereinfacht und synthetisiert, auf einem unumkehrbaren Weg hin zur Abstraktion, bei der eine Linie der Läuterung der formelleren Schemata zu entdecken ist. In einigen seiner Werke sind die entworfenen Zeichnungen die identifizierenden Elemente einer Verbindung von Texturen und Farben. In anderen Fällen, ist die Materie in reinem Zustand der einzige Protagonist der Komposition.
Mit diesen charakteristischen Elementen bietet uns Matt Lamb seinen kreativen Nachlass aus der plastischen Arbeit, in einem harten und einsamen Kampf, der ihm als Ergebnis ein einmaliges Werk des ehrlichen Geistes vermittelt, frei von oberflächlichen Verunreinigungen und externen Geräuschen, aber gegenüber allen kulturellen Emotionen empfindlich, die ihn dazu führen, sowohl geographische, als auch zeitliche Grenzen zu überschreiten. Das Zusammenfinden all dieser Faktoren verleiht seinem Werk eine unverwechselbare Persönlichkeit und lässt Matt Lamb nach und nach zu einer unbestreitbaren Bezugsperson im internationalen Kulturpanorama unserer Zeit werden.
Daher beglückwünsche ich die Deutsche Bundesregierung für ihre Initiative dieser Retrospektive der Werke Matt Lambs im Kleisthaus unter der Beteiligung der Jugend Berlins und ihrem Ruf nach Frieden mittels des Schirm Projektes.
Zum Autor: Professor Josep Fèlix Bentz ist Vizepräsident des Königlichen Kunstrates, des Real Círculo Artístico und Direktor des Joan Abelló Museums in Barcelona. Er ist weiter Direktor von TAXART, Kontor für das Schätzen von Kunst und Antiquitäten, Gründer und Geschäftsführer der ServiArt, Zentrum für Restauration und Kunstberatung und Art Director von Sleuwen Bentz Fine Art, Chicago. Prof. Bentz ist Vorsitzender des Kuratoriums des Europa Museum Schengen in Luxembourg.
Antoni Tàpies, „Die Kunst gegen die Ästhetik“. Verlag Ariel, Barcelona, 1978. Seite 155-156.
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